Rückblick: Webseiten und CMS - 1992-2005

Richtig - seit ca 1992 befasse ich mich mit Internet Technologie. Privat via Compuserve und 9600er Modem, Im Geschäft waren wir als interessierte Systemler und Autodidakten sonst vorne mit dabei. Damals war Yahoo ein oft genutztes VERZEICHNIS mit den damals bekannten Webseiten. Elegante Volltextsuche war erst später mit Altavista möglich. Ein heute noch beliebter Klassiker aus der Zeit: http://leo.org.

Schnell kam der Drang, eigene Inhalte bereitzustellen. Nach ersten Gehversuchen war sofort klar, dass Material oft und möglichst automatisch daherkommen sollte. Obwohl damals ganz wenige Benutzer (intern und extern) über TCP/IP verfügten, hatten die Seiten bald nette Zugriffszahlen:

  • Intern war es die Marktübersicht: Eine 3270 Terminal Version davon war bei sicher jedem zweiten Mitarbeiter der Bank ständig eingeschaltet (sofern man einen PC oder ein Terminal mit mehreren Sessions hatte). Wichtige Währungen, Indices, oder natürlich unser eigener Aktienkurs waren da drauf.
    Lösung: Ein REXX Script unter OS/2 fragte die Informationen via EHLLAPI aus einem 3270 Terminal ab, diese wurden mithilfe eigener Code-Tabellen zu HTML 2 konvertiert und via NFS Mount durch einen Webserver unter AIX zur Verfügung gestellt.

  • Extern waren es Finanzinformationen: Der wöchentliche Marktrückblick aus dem Investment Research und laufende Veröffentlichung von Analysts Opinions. Das ganze war in Deutsch und Englisch, was viel positiven Feedback aus dem Ausland einbrachte - es war die erste CH Bank mit laufend änderndem Inhalt.
    Lösung: Ebenfalls automatisch - zusätzlicher Ausgang im bereits vorhandenen Workflow Analyst -> Übersetzer -> DTP -> Druck/Archiv, danach ein Script, welcher HTML und PDF fabrizierte. Die anfangs unkomprimierten PDF Dateien hatten wir sogar noch mit SED gefiltert, um die Charts kontrastreicher zu machen ... Inhalt ist leider auch auf der Wayback Machine (ska.com, Archiv vom 29.12.1996) nicht mehr sichtbar - nur der Einstieg "Your Research Center".

Was später CMS und Libraries im Hintergrund erledigen, war damals alles von Hand: Testen, welche Plattform welche wie umsetzte. Welche Schriftarten wo laufen. Wie Tabellen codiert werden müssen, damit sie überall ähnlich dargestellt werden. Umgehungslösungen gabs diverse, z.B. mit transparenten GIF Dateien. Mein Vorteil: breite Systemunterstützung - ich war damals verantwortlich für die Windows NT, OS/2, Solaris, AIX und Apple Geräte des Bereichs - so was um die 140 Stationen.

Dieser Umstand führte dazu, dass ich mich stark für das vielversprechende, plattformunabhängige Java interessierte. Die wenigen verfügbaren Applets ("Periodensystem der Elemente") habe ich überall getestet, selbst ein paar Zeilen Code fabriziert und festgestellt, dass mir als langjähriger Scripter die kompilierten Sachen nicht liegen (OK, das wusste ich eigentlich schon seit 1986, nach meinen ersten Begegnungen mit den Programmiersprachen Pascal und Modula 2).

Infolge Jobwechsel war ich danach eher im Infrastrukturbereich unterwegs. Habe diverse Webserver eingerichtet und unterstützt, Firewalls wurden erforderlich, die ersten CMS entstanden und die Apache-MySQL-PHP Hostings kamen auf. Habe mich danach beruflich eher mit der Netzwerk Protokollschicht befasst (NetBIOS, SNA, TCP/IP) - mich aber doch in die Application Server Welt eingearbeitet. Halt nur Theorie: - da standen keine Geräte mit genügend Rechenpower zur Verfügung, um WebSphere so richtig auszuprobieren.

(Fortsetzung folgt)