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Work/Life: Der neue Tagesablauf


By dsto - Posted on 27 October 2008

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Die berufliche Veränderung seit September 2008 ist deutlich: Statt zu nachtschlafener Stunde die Pendelstrecke nach Zürich zu nehmen, ist jetzt fast tägliches Ausschlafen angesagt. Das heisst bis 7 Uhr. Seit das Schulregime wieder Blockzeiten eingeführt hat, ist das Frühstücksprogramm ein Genuss: Aufstehen, Essen und Kaffee vorbereiten, Jungmannschaft wecken - und dann die drei Heranwachsenden beobachten und begleiten (= "Krisenmanagement"), bis sie zusammen oder nacheinander das Haus verlassen. Ein herrliches Schauspiel, die Kids sind zum Verlieben!

Meine Frau und ich haben dann sturmfrei - der Sturm ist ja in der Schule. Zeit für den gemütlichen Teil des Vormittags, gemeinsamer Kaffe, Tages- und Wochenplanung, Beschlussfassung, Post. Bei schönem Wetter Spaziergang oder Sport, sonst Einkauf oder Arbeit.

Lesen, lesen

Momentan ist viel Lektüre angesagt: Studium von Technologien und Strategien (damit ich meinen Service abrunden kann), Information zu Firmengründungen, Markt und Trends - und viel Werbung, wobei das dahinterliegende Geschäftsmodell manchmal speziell interessiert: Besonders kreative Zeitgenossen schicken ungefragt Dokumentationen mit Einzahlungsschein - und irgendwo steht klein geschrieben, es handle sich um eine unverbindliche Offerte.

Von der Werktags-Mittagspause gibt es zwei Ausführungen: einmal pro Woche ist meine Frau in Ausbildung und ich hab das Ruder fest in der Hand. Heisst natürlich auch, rechtzeitig einen kindergerechten Lunch bereitzustellen. Meine Vorgaben: Schnelle Zubereitung, inkl. Salat oder Gemüse, möglichst toller Feedback der hungrigen Schar. Bis jetzt klappt's und nach dem Essen bleibt Zeit, um Ohren und Aufnahmefähigkeit bis an die Grenze zu strapazieren. Um halb zwei dann zieht das Gewitter weiter.

Wo's raucht und qualmt

Am Nachmittag - und manchmal auch am Abend - verfolge ich mit Hochdruck meine Projekte. Da raucht schon manchmal der Kopf und die Tastatur glüht. In nächster Zeit steht noch der Innendienst im Vordergrund: Definition von Geschäftsmodell, Vorbereiten von Standardverträgen, Veröffentlichung von freien Informationen im Web und gelegentliche Q&A, Pflege des persönliches Netzwerks, Starten von Partnerschaften und Aufbau der Infrastruktur (Web Services und virtuelle Server). Ab November gibt es dann wieder Kundenprojekte - nur schon den Ausblick find ich enorm spannend und aufregend.

Ab halb vier trudelt die Trubel-Truppe wieder ein. Unglaublich, was es seit dem Mittagessen Neues zu berichten gibt. Die Schule war streng, es werden schon wieder Berge von Energie-Einheiten verdrückt und dann geht die Aufregung so richtig los: Spielen, Arbeiten, Hausaufgaben, Telefonate, am Instrument üben - alles gleichzeitig und mit vollem Einsatz (d.h. Lautstärke, - und andere vehemente Kräfte!). Das muss man geniessen können - schliesslich sind es nur wenige Jahre - oder man zieht vor, dem auszuweichen und verschanzt sich im Büro. Oder beides - miteinander, nacheinander, drunter und drüber ...

Meine Frau und ich sind uns einig, dass ich früher oder früher ein Büro ausser Haus einrichte. Alles klar?